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Lungkwitz

1. urkundliche Erwähnung: 1445
Name: altslaw. lucawicza = Wiesendorf
 
geographische Lage:  südöstlich von Kreischa
Dorfform: Waldhufendorf


Dass das Dorf und Rittergut Lungkwitz viel älter als seine erste urkundliche Erwähnung sind, erkannten archäologische Forschungen. Unter dem Stiftsgut liegen Reste einer frühdeutschen Wasserburg. Auf einer Karte von 1803 ist der umführende Wassergraben noch verzeichnet.

Lungkwitz, durchflossen vom "Lungkwitzbach", der Lockwitz, ist nordöstlich und südwestlich von steilen Hängen eingeschlossen und zieht sich etwa 3 km hin. Das Ortsbild wird von einigen 2-geschossigen Bauernhöfen, aber seit dem vorigen Jahrhundert zunehmend von Häusleranwesen bestimmt. Unter ihnen hebt sich das am Ortseingang von Kreischa gelegene ursprüngliche Rittergut und spätere Stiftsgut hervor, von dessen Gebäuden das parallel zur Straße gelegene, stark verfallene sog. Türmchengebäude das älteste ist. Es hat auf der Hofseite einen Treppenturm mit welscher Haube und spitzer Laterne. Am Turm befindet sich die Jahreszahl 1550. Es könnte also von Hans von Carlowitz auf Zuschendorf (1547) oder Hans von Zschieren (1551) neu oder umgebaut worden sein.

Die älteste Urkunde über Lungkwitz von 1445 belegt, daß Heinz von Zschieren zu Lungkwitz "11 Schock geldis und ein gut vorwergk (Hermsdorf), angeschlagen mit 2 pferden", in der Pflege Dohna besitzt. Er erhält den Lehensbrief 1448 "... mit obiren gerichten inmaßen sein Vater seelig die gehabt...", 1464 heißt es dazu "... über wunden und lebenden...".

Das am Gutseingang links stehende Schloßgebäude trägt die Jahreszahl 1691 und M 1621 S M W. Es muß also unter Peter von Zschieren erbaut oder umgebaut worden sein. Es besteht aus zwei im rechten Winkel zusammenstoßenden Flügeln, die durch einen mit drei Seiten des Achtecks geschlossenen Treppenturm verbunden sind. Auf dem mit steilen Satteldächern abgedeckten Gebäude befinden sich reizvolle Schmuckgiebel.

1724 wird das Gut an den Hof und Justizrat Dr. Johann Christian Bennemann verkauft. Nach seinem Tode geht es an seine Witwe Christiane Bennemann über, die es in ihrem Testament 1760 in eine milde Stiftung, die Bennemann-Stiftung umwandelt. Diese beinhaltet, daß in einem der Gebäude ein Alters-Fürsorge-Heim für 18 auswärtige und über 50 Jahre alte verarmte evangelische Witwen oder Jungfrauen aus höherem Stande und von ehrbarem Herkommen eingerichtet wird. Damit wird das Gut, das stets verpachtet sein soll, für alle Zeiten unverkäuflich.

1945 fällt der Hof mit über 400 ha unter die Bodenreform. 1948 wird er grundbuchlich der Gemeinde Lungkwitz übereignet.

Von 1859 bis 1973 besaß der Ort ein eigenes Schulwesen. Das Dorf ist nach Kreischa gepfarrt.

1973 wurde es nach Kreischa eingemeindet und die Schule geschlossen. Das nach 1945 heimlich geborgene und später wieder hergestellte Kriegerdenkmal aus dem 1. Weltkrieg wurde am 14. Nov. 1997 am alten Platz in der Dorfmitte neu geweiht. Es erinnert und mahnt an die Gefallenen beider Weltkriege.

Besonderen Wert legten die Rittergutsbesitzer stets auf die Pflege der Promenaden, heute Lungkwitzer Anlagen genannt. Sie ziehen sich auf dem jenseits des "Lungkwitzbaches" gelegenen Hang hin. Christiane Bennemann bestimmte in ihrem Testament, daß der Förster dieselben "gut unterhalten und die schönen Waldungen pfleglich beaufsichtigen" soll. So wurde es bis zur Bodenreform gehalten. Danach verfielen sie.

Von Ferne nicht sichtbar, laden verschlungene schattige Wege zum stillen Spaziergang ein. Sie waren früher mit Bänken, sogar mit einer kleinen Bühne versehen, von der aus man einen prächtigen Blick auf das Lungkwitzer Tal hatte. Berühmt geworden sind die zahlreichen Borken- und Stengellauben. Im Strohtempel - schon fast auf der Saidaer Höhe - trank Robert Schumann mit seiner Clara den Eierpunsch.

Der untere Weg enthält im Hang eine geologisch-historische Merkwürdigkeit: die 5 Soldatenhöhlen. Die zunächst wohl natürlich entstandenen Hohlräume lassen vermuten, daß sie schon vor 120 000 Jahren Altzeitmenschen als Unterkunft dienten, denn vor Jahrzehnten fand man ganz in der Nähe ein Steinbeil. 

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