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Kreischa mit Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf im Ev. - Luth. Kirchspiel Kreischa - Seifersdorf

Jahreslosung 2016

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie eine Mutter tröstet.
                            

Jesaja 66, 13

 


Unterm Kirchturm ist was los: Kindererlebnistage in Kreischa

Zum Wochenende nach Himmelfahrt war es wieder soweit: Die Kindererlebnistage fanden in Kreischa statt. 23 Teilnehmer der 3.-6. Klasse fanden sich am Freitag im Pfarrgarten ein, wo die Zelte aufgebaut wurden. Kurz danach ging es los zu unserem Erlebnisausflug nach Paulsdorf in den Klettergarten. Hier konnten sich die Kinder ordentlich in den Seilen austoben: Schwierige Wege zwischen den Bäumen erklettern oder mit gekonnten Sprüngen in ein Seilnetz sich und eventuelle Ängste überwinden. Dank einiger Jugendlicher, die sich zum Mitklettern und Aufpassen bereit erklärten, war für genügend Sicherheit gesorgt. Interessant war aber vor allem die Rückmeldung zu unserer Gruppe seitens der Kletterparkbetreiber: Ob wir eine kirchliche Gruppe wären? Es würde auffallen, dass die Kinder und Jugendlichen miteinander klettern. Die meisten anderen Kinder würden doch sonst mehr gegeneinander klettern: Wer ist der Beste, die Schnellste, der/die Mutigste? Das war ein großes Kompliment an unsere Gruppe!
 
Nach dem Klettern ging es zurück nach Kreischa. Schon wurden die Messer gezückt zum Schnibbeln der Kartoffeln und anderen Zutaten für die Suppe, die dann im großen Topf köchelte und hungrig verzehrt wurde. Und dann natürlich das Lagerfeuer – besonders für Jungs der Magnet schlechthin, während die Mädchen ihre akrobatischen Fähigkeiten vorführten und viel miteinander zu besprechen hatten.
 
Samstag starteten wir in unser Thema: Krimis in der Bibel. Genauer gesagt ging es um einen Krimi aus dem Alten Testament. Die Geschichte von David und Batseba stand im Zentrum und da findet sich alles, was zu einem guten Krimi gehört: Liebe, Begehren, Verrat, Mord, Vertuschung. König David, der große Held und strahlender König Israels, ein Erfolgsmensch durch und durch, dem die Herzen der Menschen zu fliegen… doch die Bibel zeigt gerade in dieser Geschichte auch die andere Seite des Superhelden. Auf der Höhe der Macht sieht er eines Abends die schöne Batseba beim Baden. Er will sie haben. Dass sie dabei mit Uria, einem verdienten Offizier, verheiratet ist, stört David wenig. David lässt sie holen – eine Nacht mit Folgen. Batseba wird schwanger. Was nun? David versucht zunächst Uria dank eines Fronturlaubes das Kind unterzujubeln. Als das misslingt, lässt David Uria an die vorderste Frontlinie stellen, wo er alsbald umkommt. Nun kann er Batseba zu sich nehmen und steht sogar noch als mitleidiger Helfer da, der sich der armen Witwe annimmt. David könnte nun sagen: Ende gut, alles gut. Aber so einfach ist es nicht. Die Bibel sagte: Gott missfiel es, was David tat. Er hatte seine Macht missbraucht. Und so tritt der Prophet Nathan auf den Plan. Ein weiser Mann, der es geschickt versteht, David eine Geschichte zu erzählen, in dem ein reicher Mann für ein Gastmahl lieber ein Lamm eines armen Menschen schlachten lässt, als ein einziges Tier aus seinen Herden. David ist empört und fordert die Todesstrafe und den Ersatz des Verlustes. Was David nicht ahnt, er spricht sich selbst das Urteil. Nathan konfrontiert David nun mit der Wahrheit, worauf David über sich selbst erschrickt und seine Schuld bekennt. Er muss nicht sterben. Gott will nicht, dass noch weiteres Blut fließt. Aber das Kind von David und Batseba stirbt kurz nach der Geburt an einer Krankheit, was im Alten Testament als Strafe für David gedeutet wird.
 
Soweit die Geschichte, die unglaublich viel Stoff zum Nachdenken für die Kinder bot. Wie gehen wir selbst mit unseren verschiedenen Seiten um? Haben wir nicht auch wie David unsere Glanz- aber auch unsere Schattenseiten? Sehen wir bei und in anderen Menschen nicht auch oft ein Wunschbild, das der Realität so nicht ganz entspricht? Und weiter: Wie ist David mit der Macht umgegangen, die er hatte? Muss man alles machen, was ein Mächtiger sagt? Oder gibt es Grenzen? Welche? Und was heißt das für die Lebensbereiche der Kinder, wo es ja auch solche Beziehungsmuster gibt: Eine(r), der in einer Gruppe immer sagt, wo es lang geht. Eltern, die zu Hause das Sagen haben; Lehrer, die in der Schule die Richtung vorgeben. An dieser Stelle führten unsere Gespräche zu dem Punkt, dass wir in unserer Bibel Gebote haben, an die sich jeder halten sollte. Denn sie wollen vor Leid bewahren und ein gelingendes Miteinander ermöglichen. Und schließlich sprachen wir auch über das große Thema: Wie können unliebsame Wahrheiten angesprochen werden? Was kann man von Nathan alles lernen? Was macht es uns leichter, mit begangenen Fehlern umzugehen? Kurz: Der Vormittag war rum, ehe wir es merkten.
 
Die Gedanken der Kinder wurden am Nachmittag für den Gottesdienst „verarbeitet“. Die Geschichte wurde nachgespielt und geprobt, die Lieder geübt – und dazwischen gab es genug Zeit, ohne elterliche Aufsicht im Pfarrgarten herumzutollen und am Abend den Knüppelkuchen am Feuer zu brutzeln. Etwas müde aufgrund einer eher kürzeren Nacht erreichten wir die Zielgerade: Unser Familiengottesdienst. Dieser wurde ganz von den Kindern gestaltet. Beeindruckend war es in der Tat, wie in der Kürze der Zeit alles funktionierte und mit z.T. beachtlichem schauspielerischem Vermögen die Krimigeschichte präsentiert wurde.
 
Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle allen Helfern der Tage: Den Kuchenbäckerinnen, Küchenchefs, Aufräumkommandos, den Brot-, Brötchen- und Knüppelteigspendern, den kletterbereiten Jugendlichen sowie allen weiteren „Heinzelmännchen“ (und Frauen!), die die Erlebnistage zu einem wirklich schönen Erlebnis für unsere Kinder machen halfen.
 
Ihnen allen einen guten Start in den Sommer!
Ihr Pfarrer Konrad Adolph


 

Aktion „Licht an für Menschlichkeit“

Am Sonntagabend eine Kerze ins Fenster stellen

Angesichts der angespannten gesellschaftlichen Lage und der zunehmend aggressiver werdenden Auseinandersetzungen um Fragen der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik haben die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und das katholische Bistum Dresden-Meißen in Dresden gemeinsam zu einem respektvollen Umgang innerhalb unserer Gesellschaft, insbesondere gegenüber Notleidenden, aufgerufen.

Die Kirchen laden alle dazu ein, mit einer Kerze im Fenster an jedem Sonntagabend ein Zeichen der ganz persönlichen Zustimmung zu einem menschlichen Umgang miteinander zu setzen. Darüber hinaus kann die Aktion mit Plakaten, Postkarten und Aufklebern verbreitet und unterstützt werden. 

Rückblickend auf die Ereignisse im Herbst 1989 sehen sich die Kirchen auch heute in der Pflicht, mitten in der Gesellschaft dem damaligen Zuruf „Keine Gewalt!“ durch den Kerzenschein erneut Ausdruck zu verleihen. 

Die gemeinsame Initiative „Licht an für Menschlichkeit“ wirbt für die Einhaltung demokratischer Grundregeln und für die damit untrennbar verbundene Achtung eines jeden Menschen. Drohungen und Gewalt gegen Andersdenkende, Journalisten, Politiker, Flüchtlinge, Helferinnen und Helfer zerstören die Grundlagen unserer demokratischen Kultur und stehen im Gegensatz zur christlichen Botschaft der Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing fand in seiner Predigt am 25. Oktober in der Dresdner Frauenkirche deutliche Worte: „Wir werden als Kirche Jesu Christi nicht stumm danebenstehen, wenn geistige Brandstifter durch unser Land ziehen und eine Stimmung des Unfriedens und der Unversöhnlichkeit sich ausbreitet. Wir werden Lichter der Menschlichkeit entzünden, wir werden den Ruf des Friedens und der Versöhnung dagegensetzen und immer wieder ertönen lassen.“

Der Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen, Andreas Kutschke, betont: „Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. In einer globalisierten Welt lassen sich Probleme nicht einfach „ausgrenzen“. Als christliche Kirchen haben wir den Auftrag, die Botschaft Jesu der Nächstenliebe und der Geschwisterlichkeit in der Welt von heute zu bezeugen und zu leben. Unsere gemeinsame Initiative kann ein hoffnungsvoller Impuls dazu sein.“ Die gemeinsame kirchliche Aktion soll deutlich machen, dass das Gebot der Menschlichkeit allen gegenüber gilt. Menschlichkeit bedeute dabei zum einen, den Menschen vor Ort zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Zum anderen bedeute sie auch die konkrete Unterstützung und Hilfe für alle diejenigen, deren Not wir sehen und erleben. 

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing: „Der Grundsatz der Menschlichkeit ist in der christlichen Botschaft tief verwurzelt, aber er besitzt auch darüber hinaus Gültigkeit. Nur so können wir ein positives gesellschaftliches Klima schaffen, welches wir gerade in herausfordernden Zeiten so dringend brauchen, um die anstehenden Sachfragen zu lösen.“ 

www.lichtanfuermenschlichkeit.de

Kontakt

Gemeinde Kreischa
Dresdner Straße 10
01731 Kreischa
Tel. (035206) 209-0
Fax (035206) 209-28
E-Mail: post@kreischa.de