Skip to content

Wetter

© wetter.net

Kreischa mit Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf im Ev. - Luth. Kirchspiel Kreischa - Seifersdorf

Jahreslosung 2015

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
                            

Römer 15, 7 (L)

 

 


 

Letztes Januarwochenende – Familienrüstzeit

Was machen wir nach der ereignisreichen Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel auf dem Weg in die Winterferien? Einige Familien der Kirchgemeinde Kreischa haben eine besondere Antwort darauf gefunden. Sie treffen sich nun mittlerweile traditionell zur Familienrüstzeit in der Jugendherberge „Jägerhütte“ in Zinnwald.
In den bewährten Händen von Kerstin Wrana und Konrad Adolph lag die Last und sicher auch Lust der Vorbereitung des ersten größeren Zusammentreffens der Familien nach der Weihnachtszeit. Dabei ging es ihnen wohl vorrangig um die Themenauswahl und die Ausgestaltung des gemeinsamen Gedankenaustausches. Kinder und Eltern schauten gespannter auf den Wetterbericht, verhieß der doch als Programmpunkt eher schwimmen als rodeln. Pünktlich zum Wochenende hin kam zumindest in den höheren Lagen des Osterzgebirges der Schnee, so dass zum Freitagabend die Rodelbahn eingeweiht werden konnte.

Beherrschendes Thema der Rüstzeit war diesmal keine extra Bibelstelle. Vielmehr stand die Jahreslosung „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ aus dem Brief des Paulus an die Römer im Mittelpunkt.
Für alle, die es bisher noch nicht wussten, der Ursprung der Jahreslosung geht zurück auf die Herrnhuter Brüdergemeinde und hatte bereits in ihrer Entstehung den Zweck, dass die Gemeindemitglieder miteinander ins Gespräch über Gott kommen. Die aktuelle Jahreslosung ist darüber hinaus sehr geeignet, mit allen Menschen ins Gespräch zu kommen, unabhängig ihres Glaubens.
Nach dem Abendbrot, welches, wie die folgenden Mahlzeiten, mit einem persönlich
familiären Tischgebet eingeleitet wurde, begannen wir mit der Auseinandersetzung mit dem Thema. Spielerisch, um alle mitzunehmen errieten wir Begriffe, die dem Sinn der Jahreslosung entsprachen und durch die Mitspieler mittels Pantomime, Malen oder Erklären vorgestellt wurden.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Kinder anschließend ihre Rodelbahn in Beschlag nahmen und so den Eltern ausreichend Muße für gemeinsame Diskussionen und Gespräche blieb.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Jahreslosung begleitete uns den gesamten Sonnabend. Gemeinsam stellten wir fest, dass die Losung vollkommen die aktuellen Geschehnisse und Konflikte in unsere Gesellschaft abbildet. Dabei diskutierten wir persönliche Erfahrungen, Ängste und Vorbehalte gegenüber anderen Menschen, aber ebenso, wie wir Lösungsansätze und eigene Möglichkeiten in einen gesellschaftlichen Konsens einbringen können.
Dabei ist sehr deutlich geworden, dass bei allen Differenzen und Meinungsverschiedenheiten über religiöse, wirtschaftliche oder sprachlich/kulturelle Dinge der Respekt voreinander immer zu wahren ist. Das bedingt selbstverständlich auch, dem Gegenüber zuzuhören, eigene Positionen nicht nur zu hinterfragen, sondern diese gegebenenfalls auch zu ändern.
Die Unterschiede wurden selbst in unserer überschaubaren Gruppe offenkundig, als wir unsere Gefühle und Gedanken einzelnen Fotos zuordneten. Die Fotos zeigten Menschen und Situationen, wobei für jeden Betrachter Freude, Angst  sowie Zustimmung und Ablehnung oft auf dem gleichen Foto zu erkennen waren, nur eben aus den persönlichen verschiedenen Blickwinkeln.
Über die ganze Diskussion verpassten wir fast die Pause und nach einer Zigarettenlänge ging es schon weiter bis zum Mittag. Die Kinder waren wohl disziplinierter gewesen, denn sie konnten nochmal in den Schnee.
Auch die Rüstzeit lebt von liebgewonnenen Traditionen und so nutzten alle Mitfahrer die Zeit bis zum Kaffeetrinken mit individueller Regeneration oder Betätigung im Freien bei herrlichstem Winterwetter und blauem Himmel.
Für große Freude sorgte das anschließende Fänger-Spiel, bei dem in Zweierteams gelaufen wurde und einem von Beiden die Augen verbunden wurden. Das ist jedem einmal zu empfehlen. Man merkt ziemlich schnell wie gut es tut, wenn man blind ist und einen Partner hat, der einen zumindest die Richtung gibt um einer Gefahr auszuweichen bzw. das Ziel zu erreichen. Das Blindsein beschränkt sich sicher nicht nur auf das Sehen, sondern wir müssen uns bei vielen Themen intensiv miteinander austauschen, um nicht zu stolpern und das Richtige zu tun.
Was entstehen kann, wenn alle an einem Ziel gemeinsam arbeiten erlebten wir unmittelbar beim Weben von Teppichen im kleinen Webrahmen. Einige von uns kannten diese noch aus ihrer Kindheit und schon wurden Erfahrungen und Tipps ausgetauscht. Am Ende entstand aus allen Teilstücken eine etwas größere Decke, die nach Überzeugung aller Beteiligten künftig zu Familiengottesdiensten den Altar mit schmücken kann.

Zur Familienrüstzeit gehört selbstverständlich auch die lockere Atmosphäre am Samstagabend, wenn die Kinder bis zur Schlafenszeit rodeln und die Eltern gemütlich beieinandersitzen und miteinander über Gott und die Welt reden und singen.

Den Abschluss bildete der Besuch des Gottesdienstes am Sonntagmorgen in Oberbärenburg wie im letzten Jahr, nur fand er diesmal etwas später statt, so dass alle ausgeruhter waren. Das Abschlussfoto konnte diesmal bei leichtem Schneefall gemacht werden.

Abschließend bleibt festzuhalten: Großen Dank an Kerstin Wrana und Konrad Adolph für die Organisation und hoffentlich sehen wir uns wieder am letzten Januarwochenende 2016.

Jens Rühle

Kontakt

Gemeinde Kreischa
Dresdner Straße 10
01731 Kreischa
Tel. (035206) 209-0
Fax (035206) 209-28
E-Mail: post@kreischa.de