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Kreischa mit Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf im Ev. - Luth. Kirchspiel Kreischa - Seifersdorf

Jahreslosung 2016

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie eine Mutter tröstet.
                            

Jesaja 66, 13

 



Einladung zur Bibelwoche – Das Buch des Propheten Sacharja 

Wir schreiben das Jahr 520 vor Christus. Im fernen Orient ist eine Menge in Bewegung. Ein paar Jahre zuvor durften die Israeliten nach Jahrzehnten der Gefangenschaft in Babylonien wieder in die Heimat. Hatten das nicht die Propheten wie Jesaja und Ezechiel vorhergesagt – es wird diese Zeit kommen? Dass sich Gott ihrer erbarmen wird? Dass sie heimkehren werden können? Und was hatten die Propheten noch alles vorhergesehen…! Der Tempel wird aufgebaut werden! Der Grundstein ist schon gelegt worden. Nun wird die Heilszeit anbrechen! Die Welt verwandelt hin zu dem, was sie in Gottes Gedanken werden soll: Paradiesisch. 

Welch ein Traum. Unter den Heimkehrern ist auch ein junger Mann mit Namen Sacharja. Er ist vielleicht gerade einmal Anfang 20. Er stammt aus einer Priesterfamilie, die noch im alten Tempel Salomos diente. In Jerusalem überkommen ihn plötzlich Visionen – 7 insgesamt: Ein Mann reitet auf einem roten Pferd, ein anderer Mann hat eine Messschnur in der Hand. Goldene Leuchter und Ölbäume sieht er vor dem inneren Auge. Eine Frau sitzt in einer Tonne, die mit einem Hieb geschlossen wird. Vier Wagen schießen in vier verschiedene Himmelsrichtungen auf und davon. Ein schlicht, auf einem Esel reitender Friedensmessias… Der junge Mann ist vollends verwirrt und versteht – wie wir heute sagen – nur Bahnhof. Was hat das alles zu bedeuten?

Nun will ich Ihnen natürlich nicht alles verraten, sondern sie herzlich zur Bibelwoche einladen, wo u.a. diese Themen besprochen werden. Nicht nur, was sie zur Zeit des Propheten Sacharja ansprachen, sondern vielmehr auch, was sie uns und unserer Zeit sagen wollen. Und da gibt es durchaus einiges, worüber man ins nachdenken und diskutieren kommen kann. Denn in der Theologie des Propheten geht es beispielsweise darum, dass der Wiederaufbau des Tempels nicht nur ein sichtbares Zeichen von Gottes Heilswalten für die Völkerwelt sein soll, sondern auch, dass es zu einer inneren Läuterung kommen muss. Überhaupt wird Jerusalem im Laufe der Prophetie des Sacharjabuches zur Quelle eines weltweiten Friedens und zum Ort, an dem alle Völker zusammen mit Israel JHWH als einzigen Gott anbeten werden. Und nun schaue oder lese man Nachrichten! 

Oder: Sacharja hat die Vision eines armen, ohnmächtigen Messias, der als solcher der Gewaltherrschaft ein Ende setzt. Er ist der „Durchbohrte“, der Reinigung von Sünde und Unreinheit bringen wird. Und wir leben 2000 Jahre nach dem „Durchbohrten“ und sehen gerade jetzt Gewaltherrschaften auf Erden, die einen das Grausen lehren. Was soll da die Rede von einem armen, ohnmächtigen Friedensbringer? Bibelsoße für schlichte Gemüter – oder doch Gedanken, die zwar unbequem aber gerade in einer Welt, in der Gewalt noch mehr Gewalt erzeugt, zumindest aufhorchen lassen sollten? Die damaligen Menschen haben es jedenfalls sehr unterschiedlich aufgenommen: Einerseits wurde Sacharja „zwischen Tempel und Altar“ ermordet (Mt. 23,35). Andererseits wurde seine Prophetie über Jahrhunderte weitergetragen, weitergeschrieben und immer wieder neu aktualisiert. Nicht umsonst ist es in das Buch der Bücher aufgenommen wurden.

Lassen Sie sich einladen, über diese und andere spannenden Themen nachzudenken. Dieses Jahr wird die Bibelwoche in Possendorf und Kreischa gemeinsam durchgeführt. Die Zeiten und Orte entnehmen Sie den Terminen der Kirchgemeinde im Kreischaer Boten, sowie den Aushängen in unseren Schaukästen. 

Ihnen allen einen gesegneten Februar – und wer hat: einen erholsamen und behüteten Urlaub!

Ihr Pfarrer Konrad Adolph


Aktion „Licht an für Menschlichkeit“

Am Sonntagabend eine Kerze ins Fenster stellen

Angesichts der angespannten gesellschaftlichen Lage und der zunehmend aggressiver werdenden Auseinandersetzungen um Fragen der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik haben die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und das katholische Bistum Dresden-Meißen in Dresden gemeinsam zu einem respektvollen Umgang innerhalb unserer Gesellschaft, insbesondere gegenüber Notleidenden, aufgerufen.

Die Kirchen laden alle dazu ein, mit einer Kerze im Fenster an jedem Sonntagabend ein Zeichen der ganz persönlichen Zustimmung zu einem menschlichen Umgang miteinander zu setzen. Darüber hinaus kann die Aktion mit Plakaten, Postkarten und Aufklebern verbreitet und unterstützt werden. 

Rückblickend auf die Ereignisse im Herbst 1989 sehen sich die Kirchen auch heute in der Pflicht, mitten in der Gesellschaft dem damaligen Zuruf „Keine Gewalt!“ durch den Kerzenschein erneut Ausdruck zu verleihen. 

Die gemeinsame Initiative „Licht an für Menschlichkeit“ wirbt für die Einhaltung demokratischer Grundregeln und für die damit untrennbar verbundene Achtung eines jeden Menschen. Drohungen und Gewalt gegen Andersdenkende, Journalisten, Politiker, Flüchtlinge, Helferinnen und Helfer zerstören die Grundlagen unserer demokratischen Kultur und stehen im Gegensatz zur christlichen Botschaft der Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing fand in seiner Predigt am 25. Oktober in der Dresdner Frauenkirche deutliche Worte: „Wir werden als Kirche Jesu Christi nicht stumm danebenstehen, wenn geistige Brandstifter durch unser Land ziehen und eine Stimmung des Unfriedens und der Unversöhnlichkeit sich ausbreitet. Wir werden Lichter der Menschlichkeit entzünden, wir werden den Ruf des Friedens und der Versöhnung dagegensetzen und immer wieder ertönen lassen.“

Der Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen, Andreas Kutschke, betont: „Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. In einer globalisierten Welt lassen sich Probleme nicht einfach „ausgrenzen“. Als christliche Kirchen haben wir den Auftrag, die Botschaft Jesu der Nächstenliebe und der Geschwisterlichkeit in der Welt von heute zu bezeugen und zu leben. Unsere gemeinsame Initiative kann ein hoffnungsvoller Impuls dazu sein.“ Die gemeinsame kirchliche Aktion soll deutlich machen, dass das Gebot der Menschlichkeit allen gegenüber gilt. Menschlichkeit bedeute dabei zum einen, den Menschen vor Ort zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Zum anderen bedeute sie auch die konkrete Unterstützung und Hilfe für alle diejenigen, deren Not wir sehen und erleben. 

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing: „Der Grundsatz der Menschlichkeit ist in der christlichen Botschaft tief verwurzelt, aber er besitzt auch darüber hinaus Gültigkeit. Nur so können wir ein positives gesellschaftliches Klima schaffen, welches wir gerade in herausfordernden Zeiten so dringend brauchen, um die anstehenden Sachfragen zu lösen.“ 

www.lichtanfuermenschlichkeit.de

Kontakt

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Dresdner Straße 10
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Tel. (035206) 209-0
Fax (035206) 209-28
E-Mail: post@kreischa.de