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Kreischa mit Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf im Ev. - Luth. Kirchspiel Kreischa - Seifersdorf

Jahreslosung 2016

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie eine Mutter tröstet.
                            

Jesaja 66, 13

 


 

Liebe Leserinnen, liebe Leser des Kreischaer Boten!

Wir sind in der Sommerzeit angekommen. Ein herrliches Frühjahr liegt hinter uns. Das Erwachen der Natur war dieses Jahr so vorsichtig und behutsam, dass es eine immer wieder neue Augenweide und ein Genuss war.
Wir wissen, dass in anderen Gegenden unseres Landes, immer noch Aufräumarbeiten in Gang sind. Trotzdem wird in Mitten der Ferienzeit der Kreischaer Bote erscheinen. Viele sind unterwegs. Erholung und andere Eindrücke, neue Entdeckungen, das Genießen der Entschleunigung, darauf haben wir uns gefreut, und wir werden jeder unsere eigenen Erfahrungen, Freuden und Interessen damit verbinden. Interessant wird dann das jeweilige Erzählen. Durch die Kinder habe ich verschiedene Einblicke in die Urlaubsgestaltung. Verblüffend finde ich, dass sich sehr viele im Urlaub Kirchen anschauen und der Religionsgeschichte, in den verschiedenen Regionen unserer Welt nachgehen.

Wie sieht es in unserem Land oder besser in unserer „Ost“-Region mit der Kirche aus? Wie oft ist da Frust statt Lust? Kirchengebäude werden geschlossen, verkauft, als Museen oder Gaststätten gebraucht. Die Zeit ist nicht nach Kirche – könnte ich sagen! Nur wann war die Zeit danach? Viele Menschen sagen: Ich brauche keine Kirche. Ich kann auch so ein guter Mensch sein! Es kommt nicht auf den Kirchgang an, sondern auf den Lebenswandel. Ist es eine andere Zeit, der Wohlstand, die vielen Angebote von Zerstreuung, die Medien, die die Werte bestimmen? Religion ist in, Kirche out.
Was soll man glauben, bei den vielen religiösen Angeboten. Am besten, das, was zu mir passt oder was mir gefällt. Was sollen wir da als Kirchgemeinde noch zu bieten haben?

Blättere ich in die Urgemeinde zurück, dann war der Zeitgeist damals auch nicht „kirchenfreundlich“. Im Gegenteil, es grenzt an ein Wunder, dass die Kirche damals entstanden ist.
Damals in Jerusalem kamen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, so steht es in der Apostelgeschichte 2, 9-11. Und alle brachten ihre Weltanschauung, ihre Kultur mit. Heute wissen wir, dass täglich die Gemeinde von damals gewachsen ist.

Was ist passiert? Warum zieht es die Menschen in die Kirche? Was bewegt Andersgläubige, Ungläubige, junge Menschen, die so viel haben oder alte Menschen, die müde, krank und einsam sind, sich zur Kirche zu bekennen? Warum höre ich immer wieder, dass werdende Mütter, im St. Joseph-Stift oder im Diakonissen Krankenhaus ihr Kind zur Welt bringen wollen? Warum wollen Eltern ihre Kinder so gern an der christlichen Schule lernen lassen, auch wenn sie die Taufe ablehnen? Warum ist das so?
Oft wird gesagt, diese Urkirche, von der uns Lukas in der Apostelgeschichte berichtet, sei aus einer anderen Welt, einer anderen Zeit und habe wenig mit uns zu tun. Denke ich darüber nach, dann gibt es immer Verbindungen zur heutigen Zeit. Wir können heute Antworten finden in den Texten der Bibel. Lukas hätte in seinem Text auch den Streit in den Mittelpunkt stellen können. Heute wird gern das Negative dargestellt, damit Streit aufkommt. Nicht das Positive und das, was wir alles haben wird in den Zeitungen berichtet, sondern was wir vermissen könnten und irgendwann vermissen werden, darum geht es oft und viel zu viel.

Für mich ist es das Wort Gottes, darüber kann ich reden, klären und meine Einstellungen immer wieder neu überdenken. Das Wort lässt mich nicht auf den alten Wegen des Selbst-Machen-Müssens gehen. Ich glaube, dass ich in der Gnade Gottes stehe. Ich muss mich nicht verstecken, mein ICH darf wahr werden, wenn ich es zulasse, mit all dem was ich bin.
Ist es das, was Menschen heute noch in die Kirche gehen lässt? Das jeder kommen kann, wie er ist, ohne Leistung? Das jeder abladen kann, was beschwert, was trennt und ängstigt? Wo gibt es so einen Ort in unserer Welt?
Kirche ist kein Interessenverein. Es ist eine Gemeinschaft, die versucht die unterschiedlichsten Menschen miteinander zu verbinden. Das ist oft nicht einfach, denn Toleranz und Achtsamkeit spielen eine große Rolle und wir können daran auch scheitern, denn wir sind nur Menschen. Es kann auch in dieser Gemeinschaft schnell einmal verloren gehen und dann? Dann braucht es Menschen, die sich an das Wort erinnern, an die guten Dinge, die in den Texten stehen und es braucht die Liebe und das Verzeihen und den Blick der Aufmerksamkeit für den anderen.

Das kann es sein, was Menschen heute noch suchen. Die Gemeinschaft, die nicht mit Ellbogen stößt und ihre Interessen in den Mittelpunkt stellt, sondern die Gemeinschaft, die achtsam miteinander umgeht, die immer wieder nach dem anderen schaut und fragt, wie es um den Menschen steht. Da sollte nichts gemessen werden an Eigenschaften, Fortschritten im Leben oder der Innigkeit der Frömmigkeit jedes einzelnen. So eine Kirche wäre nicht anziehend, wenn wir nach Leistungen messen, sondern sie kann anziehend wirken, wenn wir wirkliche, tiefe Gemeinschaft pflegen. Gerade in einer Welt, in der soziale Systeme im Wanken sind, Familien oft zerbrechen, Nachbarschaftshilfe kaum gelebt wird. Menschen vereinsamen mitten unter Menschen.

Wir werden aufgefordert, mit einem liebenden Herzen anderen Menschen zu begegnen, so wie Jesus es tat, so wie der Apostel es in seiner Urgemeinschaft beschreibt. Können wir das finden während eines Besuches in einer Kirche? Oder ist es eine Erinnerung, die eine Sehnsucht in sich versteckt, dass wir uns daran halten könnten und es leben sollten, dass wir es üben müssten?

Manche Angebote unserer Kirchgemeinde sind eine gute Übung, um Kirche zu erleben. Dieses Jahr werden Jugendliche unseres Kirchspiels in der ersten Ferienwoche erstmalig in der Mecklenburgischen Seenplatte paddeln. Ich bin schon etwas aufgeregt und gespannt, wie diese unbekannte Gruppe sich findet! Darüber können Sie sicher im nächsten Boten lesen.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame, segensreiche Sommerzeit
Ihre Gemeindepädagogin Kerstin Wrana


 

Aktion „Licht an für Menschlichkeit“

Am Sonntagabend eine Kerze ins Fenster stellen

Angesichts der angespannten gesellschaftlichen Lage und der zunehmend aggressiver werdenden Auseinandersetzungen um Fragen der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik haben die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und das katholische Bistum Dresden-Meißen in Dresden gemeinsam zu einem respektvollen Umgang innerhalb unserer Gesellschaft, insbesondere gegenüber Notleidenden, aufgerufen.

Die Kirchen laden alle dazu ein, mit einer Kerze im Fenster an jedem Sonntagabend ein Zeichen der ganz persönlichen Zustimmung zu einem menschlichen Umgang miteinander zu setzen. Darüber hinaus kann die Aktion mit Plakaten, Postkarten und Aufklebern verbreitet und unterstützt werden. 

Rückblickend auf die Ereignisse im Herbst 1989 sehen sich die Kirchen auch heute in der Pflicht, mitten in der Gesellschaft dem damaligen Zuruf „Keine Gewalt!“ durch den Kerzenschein erneut Ausdruck zu verleihen. 

Die gemeinsame Initiative „Licht an für Menschlichkeit“ wirbt für die Einhaltung demokratischer Grundregeln und für die damit untrennbar verbundene Achtung eines jeden Menschen. Drohungen und Gewalt gegen Andersdenkende, Journalisten, Politiker, Flüchtlinge, Helferinnen und Helfer zerstören die Grundlagen unserer demokratischen Kultur und stehen im Gegensatz zur christlichen Botschaft der Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing fand in seiner Predigt am 25. Oktober in der Dresdner Frauenkirche deutliche Worte: „Wir werden als Kirche Jesu Christi nicht stumm danebenstehen, wenn geistige Brandstifter durch unser Land ziehen und eine Stimmung des Unfriedens und der Unversöhnlichkeit sich ausbreitet. Wir werden Lichter der Menschlichkeit entzünden, wir werden den Ruf des Friedens und der Versöhnung dagegensetzen und immer wieder ertönen lassen.“

Der Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen, Andreas Kutschke, betont: „Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. In einer globalisierten Welt lassen sich Probleme nicht einfach „ausgrenzen“. Als christliche Kirchen haben wir den Auftrag, die Botschaft Jesu der Nächstenliebe und der Geschwisterlichkeit in der Welt von heute zu bezeugen und zu leben. Unsere gemeinsame Initiative kann ein hoffnungsvoller Impuls dazu sein.“ Die gemeinsame kirchliche Aktion soll deutlich machen, dass das Gebot der Menschlichkeit allen gegenüber gilt. Menschlichkeit bedeute dabei zum einen, den Menschen vor Ort zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Zum anderen bedeute sie auch die konkrete Unterstützung und Hilfe für alle diejenigen, deren Not wir sehen und erleben. 

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing: „Der Grundsatz der Menschlichkeit ist in der christlichen Botschaft tief verwurzelt, aber er besitzt auch darüber hinaus Gültigkeit. Nur so können wir ein positives gesellschaftliches Klima schaffen, welches wir gerade in herausfordernden Zeiten so dringend brauchen, um die anstehenden Sachfragen zu lösen.“ 

www.lichtanfuermenschlichkeit.de

Kontakt

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Fax (035206) 209-28
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