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Kreischa mit Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf im Ev. - Luth. Kirchspiel Kreischa - Seifersdorf

Jahreslosung 2014

Gott nahe zu sein ist mein Glück.
                            

Psalm 73, 28

 


Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Jemand stirbt, und das ist, wie wenn eine Tür zuschlägt. Für mich selber rückt dann der Tod näher, die Gedanken kreisen darum. Ansonsten ist er weit weg. Hoffe ich jedenfalls. Doch jedes Jahr, wenn die Bäume kahl werden, erinnern die Feste Allerseelen und Ewigkeitssonntag ans Sterben. Können wir es lernen, mit dem Tod zu leben?

Es ist vielen unmöglich, sich den eigenen Tod vorzustellen. Und zugleich wissen wir: Die einzig todsichere Sache im Leben ist der Tod. 

Wenn es mir richtig gut geht, dann kann und mag ich mir die Welt nicht ohne mich denken und zugleich weiß ich, sie hat Millionen von Jahren ohne mich existiert. Und sie wird nach der kurzen Frist meines Lebens weiter ohne mich existieren. 

Was fange ich mit diesem todsicheren Wissen an? 

Da gibt es zwei Möglichkeiten, von denen schon die Bibel weiß! Im 1. Korinther Brief 15,32 steht: „Lass uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ – das meint die Lebenshaltung des Menschen, der – koste es, was es wolle – alles mitnimmt. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Voraussicht und ohne Respekt vor der Zukunft und vor den Folgen seiner Handlungen. 

Und die andere Möglichkeit steht im Psalm 90 Vers 12 „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Das ist eine schwere Übung – sozusagen gegen unsere Natur. Statt uns in die Grenzen des Lebens einzuüben, wünschen wir uns lieber das ewige Leben vor dem Tod, auch wenn wir rasch erkennen müssen, dass die ewige Jugend uns vorenthalten bleiben wird. Dass wir um den Tod wissen, macht uns Menschen zum Menschen. Es macht uns zu Wesen der Zeit. Die Zeit, die als Einbahnstraße aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft führt und für den Einzelnen unausweichlich ein Ende hat. Und somit wird das todsichere Sterben zur lebenslangen Aufgabe. Wie soll es hinter dem Horizont aussehen, welche Einstellung lebe ich. Wenn es eine endliche Geschichte für mich ist, so ist es nicht einzusehen, warum ich nicht – notfalls auch auf Kosten aller anderen – die Angebote des Lebens mit unersättlicher Gier – bis zur bitteren Neige konsumieren soll. 

Oder die andere Alternative: Ich weiß mich aufgehoben und geborgen in einem Leben, das ich mir nicht selbst geschenkt habe, das darum nicht mein Eigentum ist und über das ich eines Tages Rechenschaft ablegen muss. Dann kann ich fragen, was mich bis hierher gebracht hat und was mich weiterträgt. 

Im Jesaja Buch 46,4 steht die Zusage: „Ja, ich will euch tragen, bis ihr grau werdet.“ Was für eine Gelassenheit strömt aus dieser Zusage. „Ich will euch tragen, bis ihr nicht mehr könnt.“ Ich darf alt werden und schwach sein. Gott verspricht uns im Leben keinen Rosengarten. Und wer denkt, das versprechen zu können, der lügt. Keiner kann das schmerzlose Leben versprechen, keiner das leidlose Alter, keiner den Bilderbuch-Tod. Die Bibel warnt in ihren Weisheitsbüchern vor falscher Lebensweise: „…und es werden kommen die Tage, von denen du sagen wirst, sie gefallen mir nicht.“ (Prediger 12) 

Ich will zurück zum Jesajatext: „Ich will euch tragen…!“ Die Gelassenheit gefällt mir, denn wenn ich mich getragen fühle, kann ich auch das Loslassen lernen. Und vor allem kann ich langsam und mühsam lernen, mich den anderen zuzumuten. Dann spüre ich, wie Leben entsteht und Liebe erblüht, wenn ich mich mit all meinen Ängsten, den Dunkelheiten und Traurigkeiten dem Anderen, dem Vertrauten zumute. Ich muss nicht alles ausschöpfen. Ich kann mit meiner Geschichte, mit den offenen Enden meiner Biografie leben. Dazu gehört auch, dass ich das Loslassen lerne, von meinen Ansprüchen an mich selber und den Ansprüchen, die ich an andere stelle. Dazu gehört auch die Angst vor der eigenen Schwäche und der Zwang, geliebt zu werden. Und ich muss immer wieder üben – trotz allem – mit mir selber zufrieden zu sein. Und irgendwann wird daraus die nötige Gelassenheit entspringen. Und in diesem Üben und lernen an mir selber, werde ich das Psalmwort immer mehr verstehen „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Ihre Gemeindepädagogin Kerstin Wrana

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11/26/14 2:00 PM
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11/28/14 8:00 PM
TWORNA mit alten deutschen Volksliedern

11/29/14 10:00 AM - 11/30/14 6:00 PM
9. Quohrener Advent

11/29/14 11:00 AM
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