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Kreischa mit Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf im Ev. - Luth. Kirchspiel Kreischa - Seifersdorf

 

Jahreslosung 2014

Gott nahe zu sein ist mein Glück.
                            

Psalm 73, 28

 

 

 


Liebe Leserinnen und liebe Leser!

Ostern – Jesus wurde bestattet. Tot ist tot – römische Henkersknechte verstanden ihr Geschäft. Mit dem Kreuzestod dieses Unschuldigen endet eine große Hoffnung. Traurig und ängstlich zogen sich seine Leute nach Galiläa zurück. Doch plötzlich der freudige Schock, die unfassbare Nachricht, Jesus begegnet befreundeten Frauen, Petrus, den elf Jüngern, über 500 Anhängern und zuletzt Paulus. Man kann es kaum glauben, die biblischen Osterberichte sind stockend, manchmal widersprechen sie sich, auch von Zweifeln ist die Rede. Und heute lese ich im Markusevangelium und komme ins Nachdenken. Da steht: 

„… und sie sagten niemandem etwas davon“

So abrupt endet das Markusevangelium: „… denn sie fürchteten sich sehr.“ Das kann doch nicht das letzte Wort zu Ostern sein! Drei Frauen gingen am Morgen mit Spezereien zum Grab Jesu, um ihn zu salben. Als sie in das Grab hinein gingen, sahen sie einen Jüngling. Er verkündet ihnen die Auferstehung Jesu. Nach seinem ausdrücklichen Befehl im Grab: „Gehet aber hin und saget seinen Jüngern und Petrus, das er vor euch hingehen wird nach Galiläa, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.“ Hier würde doch jeder erwarten: „Fröhlich gingen sie hinaus und brachten den Jüngern die frohe Botschaft. „Er ist auferstanden!“. Aber nein, das Markusevangelium endet unerwartet. Hier steht: „Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen. Und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.“ 

Mir kommt der Gedanke, die drei Frauen sind Osterzeuginnen, die ihren Verkündigungsauftrag nicht ausführen. Warum dieser rätselhafte Schluss? Warum lässt Markus seine Leser im Ungewissen? Darüber haben sich schon viele den Kopf zerbrochen. Ich würde gern wissen, wie es weitergeht? Ich denke, er wollte provozieren. Das spricht mich an. Wenn es mit dem Evangelium weitergehen soll, dann bin ich jetzt dran. Ich will nicht zulassen, dass das Evangelium im Sand verläuft. Wenn die Frauen in der Ostererzählung es nicht weitersagen, dann soll ich es tun. Über Jahre merke ich, mit diesem Schluss hat es einiges auf sich. Markus hat es gewusst, es ist nicht leicht. Mir kann es gehen wie dem Jüngling mit den Frauen. Ich richte die Botschaft aus. Ich will einen Schlüssel zum Leben mit auf den Weg geben. Und ich merke, mit den besten Worten, mit dem besten Willen richte ich nichts aus. 

Aus Gesprächen weiß ich, dass es vielen Eltern und Großeltern so geht. Was „predigen“ sie, aber es kommt bei den Kindern nicht an. Welche Ratschläge haben sie schon erteilt, aber die Kinder und Enkelkinder lächeln nur. Die älteren würden gern ihren Glauben an Gott in Gebeten und Bräuchen weitergeben. Aber was für sie selbst wie ein sicheres Geländer war, wird von ihren eigenen Kindern nicht mehr genutzt und bleibt unbeachtet. Für sie gehörte es zum Rhythmus des Lebens, sonntags mit der Gemeinde den Gottesdienst zu feiern. Heute trauen sie sich gar nicht mehr zu fragen, ob die Kinder überhaupt noch in die Kirche gehen. Vor Jahren hatten sie mit ihren Kindern noch über die altmodische Kirche diskutieren können. Heute will man sich mit diesem Thema die Feiertagsfreude nicht verderben. Und es scheint fast so, je mehr die Eltern Kirche und Tradition schätzen, desto weniger gelingt ihnen die Glaubensweitergabe. Ich lese bei Dorothee Sölle in einem Brief an ihre Kinder, dass es ihr nicht anders geht. Sie schreibt: „Und von allem, was ich euch gerne mitgegeben hätte in die Feindschaft, mit der das Leben euch beutelt und beuteln wird, ist dies am schwersten zu vermitteln. Meine Schätze kann ich euch nicht einfach vermachen. Gott lieben von ganzem Herzen, mit aller Kraft, aus ganzem Gemüte – in einer Welt voller Traditionsbrüche – das kann ich nicht wie ein Erbe weitergeben… Meine Versuche, euch christlich zu erziehen, hatten wenig Chancen; die Institution fiel mir immer wieder in den Rücken … der eigene Mangel, Bräuche und Symbole glaubwürdig zu leben, Lieder und Gebete einzubeziehen in den Alltag, ist mir sehr bewusst. Es ist, als hätten wir Eltern kein bewohnbares Haus der Religion anzubieten, nur ein verfallenes. Dass du, Mirjam, als Jüngste, dich nicht hast konfirmieren lassen … ist nur der sichtbare Ausdruck dieser Schwierigkeit, die lebendige Kinder heute mit ihren christlichen Eltern haben.“ Ich kann mit Dorothee Sölle mitfühlen und vielleicht machen sich einige unter uns ähnliche Vorwürfe. Nun kann ich denken, genau an diesem Punkt könnte der rätselhafte Schluss des Osterevangeliums nach Markus ein Trost sein. 

Es ist richtig und notwendig, dass es Menschen wie diesen jungen Mann im Grab gibt, die die Botschaft weitersagen. Aber niemand hat es in der Hand, dass der Stabwechsel funktioniert. 

Es ist richtig und notwendig, dass es Menschen wie diesen jungen Mann im Grab gibt, der bereit steht und Auskunft gibt, wenn Menschen anfangen zu suchen. Aber niemand hat es in der Hand, dass seine Worte ins Herz treffen und Menschen bewegen. 

Vielleicht will mir und uns Markus sagen, Ostern hast du und habt ihr nicht in der Hand. Ostern kannst du und könnt ihr nicht machen. Aber Ostern scheitert auch nicht an der Hilflosigkeit von Menschen. 

Ostern wird geschenkt, wo Gott selbst den Stein von der Kammer des Herzens weg wälzt. 

Damit kann ich mich zu frieden geben und uns allen ein gesegnetes, erkennendes Ostern wünschen. 

Ihre Gemeindepädagogin Kerstin Wrana

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